Divertikulose Divertikulitis

Dickdarmdivertikel sind kleine, sackförmige Ausstülpungen der Darmwand.

Kommen diese Ausstülpungen nicht vereinzelt, sondern in größerer Anzahl vor, spricht man von einer Divertikulose. Entzünden sich die Divertikel, handelt es sich um eine Divertikulitis.

Die Zahl der Divertikelerkrankungen hat in den westlichen Industrieländern in den vergangenen Jahrzehnten stetig zugenommen. Für 40- bis 60-Jährige wird eine Häufigkeit von 7 bis 12 Prozent angenommen, bei den über 60-Jährigen sind 40 bis 50 Prozent betroffen. Damit gehört die Divertikulose zu den häufigsten Dickdarmerkrankungen.

Die genaue Ursache der Ausstülpungen konnte bisher nicht geklärt werden. Man geht aber davon aus, dass die zunehmend ballaststoffarme Ernährung in der westlichen Welt eine wichtige Rolle dabei spielt.
Nicht jede Divertikulose ruft automatisch Beschwerden hervor - 80 Prozent der Betroffenen haben keinerlei Symptome. Oft werden die Ausstülpungen zufällig bei einer Darmspiegelung entdeckt. Nur bei 20 Prozent der Erkrankten treten gesundheitliche Probleme auf, zum Beispiel Blähungen, Bauchschmerzen, besonders im linken Unterbauch oder Verstopfung im Wechsel mit Durchfällen. Schwerwiegende Komplikationen sind selten, gehören aber sofort in ärztliche Behandlung, beispielsweise bei Blutungen aus dem Darm. Wenn die Divertikel sich entzünden (Divertikulitis) sind die Symptome ähnlich wie bei einer Blinddarmentzündung: krampfartige Schmerzen meist im linken Unterbauch, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, meist auch Fieber und Schüttelfrost. Dann sollten Betroffene umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.
Besteht durch eine Entzündung der Divertikel die Gefahr eines Darmdurchbruchs oder hat sich durch wiederholte Entzündungen eine erhebliche Vernarbung der Darmwand gebildet, ist die operative Entfernung des Darmstücks anzuraten.

Bestehende Divertikel bilden sich nicht mehr zurück. Eine ballaststoffreiche Ernährung wird zur Vorbeugung vor Komplikationen wie auch der Bildung weiterer Divertikel empfohlen.
Für die tägliche Ernährung bedeutet das: Ausreichende Ballaststoffaufnahme, am besten mit quellenden Ballaststoffen wie gemahlenen Flohsamenschalen. Vollkornprodukte, Gemüse und Obst sollten reichlich auf dem Speisezettel stehen. Auf eine ausreichende Trinkmenge muß geachtet werden.